Musik

Anfang der 80iger Jahre wechselte mein Vater beruflich in das CJD Berufsbildungswerk Homburg/Saar. Für uns Kinder war das eine aufregende Zeit. Die Einrichtung stand vor der Eröffnung, alle Mitarbeiter waren neu und die Mitarbeiterfamilien aus dem pädagogischen Bereich wohnten in den Wohnhöfen direkt bei den jungen Auszubildenden und Maßnahmeteilnehmern. Im Grunde war es teilweise noch eine Baustelle und dadurch natürlich für uns Kinder ein großes Land der Entdeckungen und Abenteuer. Hier gab es das damals genannte Freizeitzentrum. Das CJD bot den jungen Menschen neben der Rehabilitation auch einen großen Freizeitbereich. Die Kernkompetenzen waren und sind das Alleinstellungsmerkmal das Christlichen Jugenddorfwerkes. Neben sportlichen Möglichkeiten, die ich als Mitarbeiterkind auch nutzen konnte, wurde für mich der musische Bereich immer interessanter.

Wir drei Freunde, Söhne von Mitarbeitern mit damals gleichen musikalischen Interessen. Wir standen auf AC/DC, Kiss und Van Halen. Wenn eine neue Schallplatte auf den Markt kam, dann wurde das letzte Taschengeld zusammengetragen und mit dem Fahrrad ging es dann von Schwarzenbach nach Homburg zum Studio 2000, dem Plattenladen vor Ort.

Kalle, Lars und ich hatten Musik aufgesogen und deshalb war neben dem hören der Musik auch das Erleben wichtig. Zum einen war uns (heimlich) Luftgitarre mit selbst nachgebauten Instrumenten wichtig und zum anderen aber auch das Besuchen von Konzerten der regionalen musikalischen Größen. Lars und ich lernten die ersten musikalischen Schritte bei seinem Vater. Der war selbst nebenberuflicher Musiker und zeigte mir die ersten Kniffe am Bass, den ich von meinen Eltern bekam und seinem Sohn die ersten Takte am Schlagzeug.

Ab diesem Zeitpunkt machten wir alles musikalische mit. Wir lebten die NDW Zeit mit Ihrer Einfachheit und Klarheit und den Punk. Es gab gemeinsame Erfolge und Flüche.

Wir drei Freunde spielten später gemeinsam mit weiteren Musikern bei Silent Touch, Hier gab es die ersten tollen Konzerterlebnisse. Gleichzeitig machten Lars und ich mal mehr oder weniger beim Blasorchester des Jugenddorfes und später auch bei der Jugenddorfband mit. Alles was für mich später Musik ausgemacht hat lernte ich von Peter Becker, Volker Siener, Ernest Cadet und ganz besonders von Rainer Satzky.

Mit Beginn meiner Ausbildung im CJD wanderte ich quer durch Deutschland, dabei blieb die Musik ein ständiger Begleiter, stand aber nicht mehr im Vordergrund. Ich unterstützte in dieser Zeit phasenweise die Jugenddorfband des CJD Stuttgart bei verschiedenen Veranstaltungen am Schlagzeug oder am Bass oder führte musische Projekte in den verschiedenen Einrichtungen durch.

Erst ab 1990 wurde das Musikmachen wieder ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Ich startete am Bass bei der Wolfsburger Rockband Straight Ahead und kurz danach aber auch bei der Tanzkapelle Sweethearts. Beides vertrug sich zeitlich aber nicht so richtig und so ging es erstmal nur mit der Tanzmusik weiter. Über die Jahre veränderte sich aber die Mitgliederzahl der Band und am Schluss blieb mit dem Namen Bluemoon nur ein Duo bestehend aus mir und Lars Bauer übrig. Nebenbei spielte ich auch als Alleinunterhalter oder mit anderen Begleitern. Dazu gab es dann auch noch das Duo 2Voices mit Simone Baars.

Beruflich nutzte ich die Musik aber weiterhin als motivationsfördende Maßnahme und war damit auch ziemlich erfolgreich.

Heute unterstütze ich mit meiner Musik als Komponist oder auch als Künstler verschiedenste soziale Projekte oder Vereine und Verbände.