Lebenshilfe

Am 23. November 1958 wurde die Lebenshilfe in Marburg von 15 Fachleuten und Eltern als Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind e. V. gegründet. Die Initiative dazu ging vom niederländischen Verbindungsoffizier Tom Mutters aus, der sich im Auftrag des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge im Philipps-Hospital in Goddelau um schwer geistig behinderte Kinder verschleppter Personen, Flüchtlingsfamilien und KZ-Überlebende kümmerte. Zehn Jahre später hatte der Verein bereits über 300 Orts- und Kreisverbände und 38.000 Mitglieder; in Sonderkindergärten, Schulen und Werkstätten betreute er über 18.000 Menschen. Ab dieser Zeit bot die Lebenshilfe auch die Wohnplätze in Wohneinrichtungen an. Bis zur Wiedervereinigung stieg die Zahl der Orts- und Kreisvereinigungen auf 400; 1988 hatte die Lebenshilfe 100.000 Mitglieder.

In der DDR wurde 1990 zunächst eine eigene Lebenshilfe gegründet; 1990 erfolgte der Zusammenschluss mit der Bundesvereinigung. Nach der Einführung des neuen Lebenshilfe-Logos 1995 wurde im Folgejahr auch der Name geändert; der Verband trat fortan als Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V. auf. Mittlerweile ist der Ausdruck „geistige Behinderung“ vielerorts in die Kritik geraten, sodass insbesondere Ortsverbände der Lebenshilfe zunehmend auf das Wort „geistige“ im Namen verzichten.

Im Jahr 2008 bestanden 527 Orts- und Kreisvereinigungen, die Lebenshilfe hatte über 135.000 Mitglieder und es wurde das 50-jährige Bestehen der Lebenshilfe Deutschland mit vielfältigen Aktionen gefeiert. Unter anderem erschien die „Chronik zu 50 Jahren Lebenshilfe“, im Sommer wurde in der Kulturbrauerei in Berlin das Lebenshilfe-Fest Blaues Wunder gefeiert, zu dem auch Angela Merkel kam. Von der Deutschen Post AG wurde eine Sonderbriefmarke herausgebracht. 2011 diskutierte die Lebenshilfe ein neues Grundsatzprogramm.